Aufgabe 1A - Lesen

In der Einleitung zu diesem Level haben Sie verschiedene Bilder von Archivalien, die einen Schimmelbefall aufweisen, gesehen. Lesen Sie nun den folgenden Text.  

Erkennungsmerkmale

Schimmel hat viele Erscheinungsbilder. Braune Stockflecken auf dem Papier, schwarze, violette oder auch graugrüne punktuelle Verfärbungen, ein pulvriger oder pelziger Belag mit einhergehendem Zerfall der Materialien oder moderig-feuchter Geruch sind Hinweise auf einen Schimmelbefall.

Wachstumsbedingungen

Schimmelsporen sind ubiquitär, das heißt, sie befinden sich überall, so auch in der Atemluft oder in Stäuben und Verschmutzungen. Staub und Schmutz binden Feuchtigkeit und dienen als Nährboden für Schimmel und andere Mikroorganismen. Wenn günstige Umgebungsbedingungen wie eine hohe Temperatur und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen, können Schimmelsporen auskeimen und Archivgut, das aus organischem Material besteht, schädigen. Im Archivmagazin muss deshalb vermehrt auf ein stabiles Raumklima mit Temperaturen von 15-18°C (± 1°C) geachtet werden. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte 50% (± 3%) nicht überschreiten.

Papier ist hygroskopisch, das heißt es strebt in seinem Wassergehalt einen Gleichgewichtszustand mit der Umgebung an. Schwankende Luftfeuchtigkeitswerte führen deshalb nicht nur zu Stress im Material und Verformungen, sondern auch zur Bildung von Kondenswasser, das Schimmelbildung begünstigt. Sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch oder die Archivalien nach einem Wasserschaden durchfeuchtet, besteht bereits nach 12 bis 48 Stunden die Gefahr, dass Schimmelsporen auskeimen und organische Materialien wie Papier verwerten und irreversibel zerstören.

Gefährdungspotential

Bei der Zersetzung von Papier entstehen Stoffwechselprodukte sowie Pigmente, die verschiedenfarbige Flecken auf dem Archivmaterial erzeugen. Schimmelpilze sind jedoch auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Sie können Erkrankungen der Atemwege, Reizungen der Haut oder der Augen und in seltenen Fällen Mykosen hervorrufen. Am weitaus häufigsten ist die allergene Wirkung der Schimmelpilze. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um einen aktiven Schimmelbefall oder um tote Sporen handelt. Sie alle können allergieauslösend sein. Jucken der Haut, Schnupfen, allergisches Asthma sind oftmals auf die toxischen Wirkungen von Schimmelpilzen zurückzuführen.

Gesundheitsschutz

Alle Mitarbeiter, die mit schimmelpilzbefallenen Archivmaterialien in Kontakt kommen, müssen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ergreifen. Die persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus einem Einweg- oder Baumwollkittel, Einweghandschuhen aus Nitril, Ärmelschonern und einer Atemmaske der Filterklasse FFP2 oder FFP3 ist bei einem Schimmelpilzbefall in jedem Fall zu tragen.

Prävention und Handlungsbedarf

Um einem Schimmelbefall vorzubeugen, sollte ausschließlich gereinigtes Aktenmaterial ins Magazin eingegliedert werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Temperatur und Luftfeuchtigkeit macht es möglich, auf Klimaschwankungen sofort zu reagieren, so dass die Gefahr eines Schimmelpilzwachstums im Magazin schnell gemindert werden kann.
Archivalien, die einen Befall aufweisen, müssen in jedem Fall vom Bestand separiert und unter einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank trockengereinigt werden.


Weitere Informationen

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